Kurz gesagt

Es gibt drei Stellschrauben: die Menge im Sieb (Dosis), die Menge in der Tasse (Ausbeute) und den Mahlgrad, der die Durchlaufzeit steuert. Ein guter Startpunkt sind 18 g Kaffeemehl, 36 g Espresso und 25 bis 30 Sekunden. Ändere immer nur eine Sache auf einmal.

Das Grundrezept

StellschraubeStartwertHinweis
Dosis (Mehl im Sieb)18 gRichtet sich nach deinem Sieb; Doppelsiebe fassen meist 16 bis 20 g.
Ausbeute (Espresso in der Tasse)36 gVerhältnis etwa 1 : 2 zur Dosis.
Zeit25–30 sGemessen ab dem Start der Pumpe.
Brühtemperaturca. 92–94 °CNur bei Maschinen mit einstellbarer Temperatur.

Das ist ein Ausgangspunkt, kein Gesetz. Manche Bohnen schmecken mit einem kürzeren oder längeren Verhältnis besser. Wichtig ist, dass du wiegst — nach Augenmaß lässt sich kein Espresso reproduzierbar einstellen.

Schritt für Schritt

  1. Maschine vollständig aufheizen lassen. Bei E61-Maschinen dauert das in der Regel 20 bis 30 Minuten.
  2. Siebträger trocken auswischen, Dosis auf der Waage abwiegen.
  3. Mehl gleichmäßig verteilen und gerade tampern.
  4. Siebträger einsetzen, Tasse auf die Waage stellen und den Bezug sofort starten.
  5. Bei Erreichen der Zielmenge stoppen und die Zeit notieren.
  6. Probieren. Erst dann entscheidest du, was du änderst.

Zu schnell, zu langsam? So liest du deinen Espresso

Was du siehst und schmeckstWahrscheinliche UrsacheWas du tust
Läuft deutlich unter 20 s, schmeckt sauer und dünnMahlgrad zu grobFeiner mahlen
Läuft über 35 s oder tropft nur, schmeckt bitter und trockenMahlgrad zu feinGröber mahlen
Zeit stimmt, Espresso schmeckt trotzdem sauerZu wenig extrahiertEtwas mehr Ausbeute oder höhere Temperatur
Zeit stimmt, Espresso schmeckt trotzdem bitterZu stark extrahiertEtwas weniger Ausbeute oder niedrigere Temperatur
Strahl spritzt, läuft ungleichmäßig oder seitlichKanalbildung im KaffeebettMehl besser verteilen, gerade tampern, Mühle prüfen

Wie stark verstellen?

Verstelle den Mahlgrad in kleinen Schritten. Nach jeder Änderung liegt in vielen Mühlen noch altes Mehl im Auslauf. Mahle deshalb eine kleine Menge vorab und verwirf sie, damit du wirklich die neue Einstellung probierst.

Wenn die Bohne wechselt

Jede Röstung verhält sich anders. Helle Röstungen brauchen meist einen feineren Mahlgrad und eine etwas höhere Temperatur, dunkle eher einen gröberen Mahlgrad und eine etwas niedrigere. Auch das Alter spielt mit: Ganz frisch geröstete Bohnen geben noch viel Gas ab, nach einigen Wochen verlieren sie Aroma. Bei jedem neuen Beutel lohnt sich deshalb ein kurzer Neustart beim Grundrezept.