Kurz gesagt

Plane nicht nach dem Tagesdurchschnitt, sondern nach deiner stärksten Stunde. Gruppenzahl, Kessel, Mühlen, Wasser und Strom gehören in eine gemeinsame Planung, und der Service muss im Ernstfall schnell vor Ort sein.

Von der Spitzenstunde aus rechnen

Eine Maschine, die über den Tag gerechnet locker reicht, kann in der Mittagspause trotzdem zum Engpass werden. Beantworte deshalb zuerst drei Fragen:

  • Wie viele Getränke bereitest du in deiner stärksten halben Stunde zu?
  • Wie hoch ist der Anteil an Milchgetränken?
  • Wie viele Personen arbeiten gleichzeitig an der Maschine?

Grob gilt: Eine Gruppe passt zu kleinen Cafébars und Büros, zwei Gruppen sind der Standard für Cafés und Restaurants, drei Gruppen lohnen sich bei hohem Durchsatz und zwei Baristas an der Maschine. Die genaue Auslegung rechnen wir gemeinsam mit deinen Zahlen durch.

Kessel, Technik, Bedienung

  • Zweikreiser oder Multiboiler: Klassische Gastromaschinen arbeiten mit einem großen Dampfkessel und Wärmetauschern je Gruppe. Multiboiler-Maschinen haben je Gruppe einen eigenen Brühkessel und erlauben unterschiedliche Temperaturen, etwa für zwei verschiedene Bohnen.
  • Volumetrische Dosierung: Programmierte Tasten sorgen dafür, dass der Espresso auch bei wechselndem Personal gleich schmeckt.
  • Dampf und Milch: Die Dampfleistung muss zu deinem Milchanteil passen. Bei vielen Milchgetränken lohnt ein Blick auf automatische Milchlanzen.
  • Vollautomat statt Siebträger: Im Büro oder im Hotel-Frühstück, wo ohne Barista gearbeitet wird, ist ein professioneller Vollautomat oft die bessere Lösung.

Mühlen: mindestens eine pro Sorte

Für jede Bohne, die du anbietest, brauchst du eine eigene Mühle, zum Beispiel für den Haus-Espresso und für Entkoffeinierten. Gastromühlen mahlen auf Knopfdruck frisch in den Siebträger. Ihre Mahlleistung muss zu deiner Spitzenstunde passen, sonst wird die Mühle zum Engpass, nicht die Maschine.

Wasser, Strom und Platz

  • Wasser: Gastromaschinen brauchen einen Festwasseranschluss und einen Abfluss. Je nach Wasserhärte gehört ein passender Wasserfilter dazu. Er schützt die Maschine und den Geschmack.
  • Strom: Größere Maschinen benötigen häufig einen Drehstromanschluss (400 V). Kläre den Anschluss früh mit deinem Elektriker.
  • Theke: Plane Tiefe, Tragfähigkeit und Arbeitsabläufe mit: Abschlagschublade, Tassenablage, Mühlenposition und genug Abstand zur Wand für Wartung und Belüftung.

Service und Ausfallsicherheit

Fällt die Maschine im laufenden Betrieb aus, kostet jede Stunde Umsatz. Regelmäßige Wartung, das rechtzeitige Wechseln von Dichtungen und Filtern sowie Original-Ersatzteile verhindern die meisten Ausfälle. Kläre vor dem Kauf, wer die Maschine wartet und wie schnell im Notfall jemand vor Ort ist.