Kurz gesagt
Für Espresso brauchst du eine Mühle, die sehr fein, sehr gleichmäßig und in kleinen Schritten verstellbar mahlt. Im Zweifel lieber etwas mehr in die Mühle investieren und bei der Maschine sparen als umgekehrt.
Warum die Mühle so viel ausmacht
Beim Espresso drückt die Maschine Wasser mit rund 9 bar in 25 bis 30 Sekunden durch das Kaffeemehl. Damit das gleichmäßig gelingt, muss das Mehl sehr fein und vor allem gleichmäßig sein. Sind Körnung und Verteilung ungleich, sucht sich das Wasser den leichtesten Weg. Ein Teil des Kaffees wird dann zu stark extrahiert, ein Teil zu schwach — der Espresso schmeckt gleichzeitig sauer und bitter.
Dazu kommt die Frische: Gemahlener Kaffee verliert innerhalb von Minuten einen großen Teil seines Aromas. Vorgemahlener Kaffee kann deshalb mit frisch gemahlenem nicht mithalten, egal wie gut die Maschine ist.
Kegel oder Scheibe?
Espressomühlen arbeiten entweder mit einem Kegelmahlwerk oder mit einem Scheibenmahlwerk. Kegelmahlwerke laufen meist mit niedriger Drehzahl, sind robust und ergeben oft einen vollmundigen, körperreichen Espresso. Scheibenmahlwerke gibt es in vielen Größen. Größere Scheiben mahlen schneller und betonen häufig Klarheit und Fruchtigkeit.
Beide Bauformen können hervorragenden Espresso liefern. Wichtiger als die Bauform sind die Qualität des Mahlwerks, eine saubere Ausrichtung und eine stabile Einstellung.
Stufenlos oder gestuft?
Für Espresso sind schon kleinste Unterschiede im Mahlgrad im Geschmack zu merken. Eine stufenlose Verstellung oder eine sehr fein gestufte Mühle ist deshalb Pflicht. Grob gestufte Mühlen sind eher für Filterkaffee oder French Press gedacht.
Bohnenbehälter oder Single Dosing?
- Mit Bohnenbehälter: Du füllst eine Sorte ein und mahlst per Knopfdruck. Bequem, wenn du meist dieselbe Bohne trinkst.
- Single Dosing: Du wiegst die Bohnen für jeden Bezug einzeln ab. Ideal, wenn du die Sorte oft wechselst. Voraussetzung ist eine Mühle mit wenig Totraum.
Totraum ist das Mehl, das nach dem Mahlen in der Mühle zurückbleibt und beim nächsten Mal mit herauskommt. Je weniger Totraum, desto frischer und genauer ist jede Portion.
Dosieren: Zeit, Gewicht oder von Hand
Viele Mühlen dosieren über die Mahlzeit: Du stellst ein, wie lange gemahlen wird. Das ist praktisch, schwankt aber leicht mit Bohne und Füllstand. Mühlen mit Gewichtsdosierung mahlen direkt auf das Gramm genau. Die günstige Alternative: eine Feinwaage mit 0,1-Gramm-Schritten, mit der du jede Portion kontrollierst.
Lautstärke, Größe und Reinigung
Die Mühle steht täglich auf deiner Arbeitsfläche. Achte darauf, wie laut sie ist, wie hoch sie mit Bohnenbehälter wird und wie leicht sich Auslauf und Mahlwerk reinigen lassen. Ein Mahlwerk, das du ohne Werkzeug erreichst, wird auch wirklich sauber gehalten.



